Behind the scenes

2020-10

Theater Anna Rampe

Das Theater Anna Rampe ist gemeinsam mit dem Theater Zitadelle im Herbst mit verschiedenen neuen Stücken und ganz wunderbaren Ideen bei uns zu Gast. Wir wollen ein bisschen mehr über die beiden Puppenspieler Anna und Daniel erfahren:

Welches ist eure Lieblings-Märchenfigur und warum?
Hans im Glück. Der freut sich immer, obwohl ihm viele blöde Dinge passieren. Denn schon Karl Valentin sagte: Ich freu mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet´s auch. Hans ist nicht ganz so schlau, aber glücklich ist er dennoch.

"Bei Vollmond spricht man nicht" heißt eines eurer Stücke. Was darf man denn sonst so bei Vollmond machen?
Wie oft hat die Prinzessin das von ihrem Vater schon gehört:
"Kind, mit vollem Mund spricht man nicht." Doch Prinzessin Lora hört lieber was sie hören möchte. Und überhaupt macht sie was sie will. Auch bei Vollmond ;-)

Daniel erzählt uns vom kleinen Angsthasen, der sich vor so vielen Dingen fürchtet. Hast Du auch vor irgendetwas Angst, Daniel?
Ja zum Beispiel, dass ich nicht genug Schokolade abbekomme. Oder dass ich den einen Trick beim Skateboard fahren einfach nicht schaffe.
Nee, aber mal im Ernst, natürlich habe ich auch Angst vor Sachen, aber das habe ich letztens meiner Psychologin schon alles erzählt. Das mag ich jetzt nicht noch mal alles sagen, das würde viel zu lange dauern.

2020-07

Kinderliedermacher Robert Metcalf

Im August treten Sie auf der Astrid-Lindgren-Openair-Sommerbühne im FEZ mit einem Programm für Klein und Groß auf. Und Sie erzählen sogar in Gebärdensprache. Wo haben Sie diese gelernt?
Ich bin im Verein kindermusik.de, einem Netzwerk von Kinderliedermacher*innen. Ein Kollege hat die Gebärdensprache eingeführt. Das hat mich angesprochen. Später habe ich mich mit Hilfe einer Expertin mehr damit beschäftigt und mit ihr einige meiner Lieder für kleine Video-Clips gebärdet. Ich habe aber nicht den Anspruch, die Gebärden perfekt zu beherrschen, ich setze sie ein, wenn ich sie persönlich ansprechend finde und das Gefühl habe, dass sie die Kommunikation mit dem Live-Publikum bereichern. Manchmal benutze ich auch andere „klassische“ Kinderlied-Bewegungen und Mitmach-Elemente - die sich dann teilweise mit den Gebärden überlappen: Das Zeichen für „leise“ beispielsweise ist ein vor den Mund gehaltener Zeigefinger.
 
Wie kamen Sie zur Kindermusik?

Als klar war, dass ich in Deutschland bleibe, habe ich angefangen, meine Songs auch auf deutsch zu schreiben - vorher hatte ich nur in meiner Muttersprache Englisch geschrieben. Meine ersten deutschsprachigen Lieder bekamen einen Preis. Das hat mich ermutigt, eine Plattenfirma zu suchen, die meine Lieder auf Kassetten rausbringen wollte - ja, damals gab es noch Kassetten (lacht). Der Inhaber eines interessierten Labels sagte, sie veröffentlichen nur Kinderlieder.  Ich wollte mich gerade umdrehen und gehen, als er rief: „Kinderlieder könntest du auch!“ Also habe ich mein erstes Kinderlied geschrieben: „Alarm, Alarm“. Das handelt von einem Jungen, der in einem Gitterzaun feststeckt und auf Befreiung durch die Feuerwehr wartet. Mein erster Live-Auftritt vor Kindern war allerdings ein Fiasko: Die Kinder sind schnell abgedriftet. Mittlerweile weiß ich, dass Kinder bei Live-Konzerten auch das Bedürfnis haben, sich zu bewegen. Als ich nach dem besagten Auftritt von der Bühne kam, kam eine Redakteurin vom damaligen Rias Kinderfunk auf mich zu und engagierte mich für eine Sendung. Da bin ich drangeblieben!
 
Was verbindet Sie mit dem FEZ?
Es hat kurz nach der Wende angefangen. Ich hatte gerade meinen Beruf aufgegeben - ich habe als Sozialarbeiter mit Drogenabhängigen gearbeitet - und war dabei, mein Hobby als Liedermacher zum Beruf zu machen. Da bekam ich die Chance, im "großen Saal“ des FEZ (heute der Astrid-Lindgren-Bühne) zu spielen. Seitdem wurde ich regelmäßig für Band-Programme engagiert und trete mittlerweile auch mit meinem Soloprogramm „Mathilde, die Mathe-Ratte“ auf. Früher habe ich auch Fortbildungen für Pädagog*innen an der Landesmusikakademie gegeben.
 
Wie haben Sie die „Corontäne“ erlebt?
Als Entschleunigung! Ich war sehr kreativ, habe an neuen Musikvideos gearbeitet und hauptsächlich Songs für Erwachsene für mein Projekt „Englishman in Berlin“ geschrieben. Durch das Wegfallen aller organisatorischen Dinge, die ein Freiberufler in „normalen“ Zeiten erledigen muss, konnte ich mich einmal auf das Wesentliche konzentrieren, also auf das Schreiben von Songs und das Entwickeln neuer musikalischer Ideen. Jetzt bin ich beinahe aufgeregt, bald wieder auf der Bühne zu stehen. Mal sehen, ob ich das noch kann. (Lacht).

2020-06

Christoph Clemens – das "Ich" der Kinderband Ich & Herr Meyer

Beim großen Kindertagskonzert in der Astrid-Lindgren-Bühne habt ihr unter anderem die Songs „Offline“, „Viva Wasser“ und „Vladimir die Fledermaus“ gesungen. Warum die drei?
Mitmachlieder gehen schlecht ohne Publikum. Also haben wir versucht, ein paar Songs zu nehmen, die die Kids vielleicht aus dem Radio kennen. Vladimir macht uns immer Spaß. Bei "Viva Wasser" ging es um die Message. Das Lied haben wir als Geschenk für die NGO "Viva con Aqua" geschrieben. Die wurde von einem ehemaligen St. Pauli- Fußballer gegründet und setzt sich weltweit für den Zugang zu sauberem Wasser ein. Die Einnahmen aus dem Song gehen zu 100 Prozent in die NGO. Unser Versuch, sauberes Wasser in die Welt zu bringen.

Habt ihr öfter eine Message?
Ab und an versuchen wir schon, ohne Moralaposteltum Werte zu vermitteln, die uns wichtig scheinen. Wenn man das mit Humor hinbekommt, hat man schon eine Menge geschafft. Aber die Hauptsache ist, das Publikum wird in irgendeiner Form berührt. Am Ende können wir dann vielleicht sagen: Wir haben mit unseren Songs ein paar Kinder glücklich gemacht.

Wie seid ihr zur Kindermusik gekommen?
Herr Meyer und ich haben uns vor ca. 16 Jahren über unsere damaligen Frauen kenngelernt. Seitdem haben wir allen möglichen Quatsch zusammen gemacht, Sounddesigns für Film und mehr. Alles hat sich durch Zufall ergeben. Zum ersten Geburtstag von Herr Meyers Tochter habe ich für sie "Du hast heut Geburtstag" geschrieben. Später kamen "Der Bär" von Herrn Meyer und "Mein Pony heißt Luise" dazu, eine Promo für den Ponyhof, auf dem mein erster Sohn quasi aufgewachsen ist. So hatten wir irgendwann eine Platte zusammen. Mittlerweile machen wir seit vier Jahren mit Leib und Seele und aus voller Überzeugung Kindermusik.

Wie haben eure Kinder euren Blick auf die Welt geändert?
Durch unsere Kinder tauchen wir eher in die Erlebniswelt von Kindern ab und bekommen eine erweiterte Sicht auf vieles. Durch meine Kinder hat sich mein Blick auf die Welt jedoch weniger geändert als durch das Coronavirus. Durch Corona habe ich gemerkt, wie wichtig ein halbwegs gesunder Lebenswandel ist. Jetzt setzte ich mehr auf Schlaf und gute Ernährung, als auf Rockn‘Roll. So hat man vielleicht länger was von Kids, Familie und Leben.

Wie war es, vor leeren Zuschauerreihen zu spielen, dabei aber per Zoom-Konferenz auf einer Leinwand einzelne Zuschauer*innen in ihren Wohnungen zu sehen?
Wunderschön. Alles war perfekt organisiert. So, als wären wir in einem Fernsehstudio, beispielweise bei "Wetten das". Im Fernsehstudio spielt man ja auch nicht für das Publikum im Saal, sondern vor allem für die Kameras. Und macht auf der Bühne sein eigenes Ding. Beim Kindertagskonzert waren alle gut drauf und hatten viel Spaß miteinander.